Von:
Sabine Ficht

e-schwach.de

„I feel good!“ – Ich fühl mich heute richtig gut! Ein super Tag, ein Hochgefühl, einfach alles läuft gut. Ich freue mich über mein Leben und fühle mich stark wie nie. – Ein Tag, an dem ich alles erreichen kann. Ein Tag, an dem ich mich stark und voller Kraft fühle. Heute gelingt mir einfach alles. Heute packe ich das an, was schon lange liegen geblieben ist. Heute ist ein Tag zum Bäume ausreißen.

„Rien ne vas plus!“ – Nichts geht mehr. Das Roulette des Lebens dreht sich weiter und ein neuer Tag beginnt. Mit einer Erkältung im Bett fühle ich mich müde und schwach. Oder ich bin deprimiert, weil im Büro oder in der Uni einfach nichts so läuft, wie ich es mir vorstelle. Erschöpft nach einer anstrengenden Arbeitswoche mit vielen Terminen fühle ich mich überfordert und kraftlos im Angesicht all der Erwartungen, die an mich gestellt werden. Nichts geht mehr. Es ist einfach alles zu viel. Ich bin am Ende meiner Kräfte, schwach.

Jesus Christus spricht: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Dieser Satz klingt wie Hohn, an Tagen, an denen ich mich ausgelaugt und schwach fühle. Das ist doch unglaublich! Bei mir geht nichts mehr und Jesus behauptet, gerade dann sei er mit seiner Kraft mächtig in mir? Das fühlt sich merkwürdig an.

Doch zugeben: Selbst wenn bei mir alles super läuft und ich mich so richtig gut fühle, auch dann denke ich nur selten an Jesu Zuspruch: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ An Tagen, an denen alles gut läuft, zweifle ich nicht an Jesus. Ich ringe nicht einmal mit ihm; denn ich fühle mich ja selbst mächtig und kraftvoll. Nichts wirft mich aus der Bahn. Da brauche ich auch niemanden, der mir hilft und der für mich eintritt. Oder?

Bei einem kurzen Blick in die Zeitung, wird mir ganz anders: Von Unterdrückung, Angst, Diskriminierung, Hunger, Vergewaltigung, Kriegen lese ich. Da fällt mir auf wie schwach und machtlos gegenüber all dem wir Menschen eigentlich sind – und zwar jeden Tag. Egal ob „I feel good“ oder „Rien ne vas plus“. Plötzlich sehe ich mein eigenes Befinden in einem größeren Zusammenhang und stelle fest: Trügerisch mein Denken, dass ich im Guten wie im Schlechten irgendwie allein klar komme. Ohne Gottes Zuspruch sähe es trostlos aus für mich und für unsere Welt.

Jesus Christus spricht:„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Alle Tage bis an der Welt Ende. Auch in Dir.